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Malcesine

Das kleine Städtchen dehnt sich rings um den Burgfelsen aus und erfreut sich bei allen Gardaseebesuchern großer Beliebtheit. Es heißt, Malcesine sei der malerischste Ort, die "Perle des Gardasees".
Die engen Gassen, der Hafen mit seinen bunten Häusern, die Scaligerburg und der im Stil der venezianischen Gotik erbaute Palazzo dei Capitani machen den Charme Malcesines aus. Der Palazzo aus dem 15.
Jahrhundert war einst der Sitz des venezianischen Gouverneurs vom Ostufer, der abwechselnd in Garda, Torri und Malcesine residierte. Zur Seeseite hin erschließt sich ein kleiner Palmengarten mit einer Anlegestelle, über die der Capitano seine damals feudale Behausung mühelos mit dem Schiff erreichen konnte.

Auf jeder Postkarte kann man Malcesine sofort an seiner über den karminroten Dächern thronenden Burg erkennen, die seit Jahrhunderten über ihr Städtchen wacht. Auf dem Felsvorsprung ließ der Langobardenkönig Alboin 568 als erster eine Burg erbauen. Rundherum entstand die erste Siedlung dicht an die Mauern der Festung geschmiegt. Im Jahre 1277 nahmen sich die Scaliger der Festung an, und spätere Veränderungen nach den Wünschen von Alberto della Scala gaben der Burg ihr heutiges Gesicht. Auf dem Weg durch die kopfsteingepflasterten Gässchen hinauf zu der guterhaltenen Scaligerburg eröffnet sich ein weiter Blick über den See. Oben angekommen, kann man gegen Entgelt den 32 Meter hohen Turm des Kastells, das Museo del Garda e del Baldo mit einer Darstellung von Flora und Fauna der Region, eine Dokumentation des venezianischen Schiffstransportes und das kleine Goethe Museum besichtigen. Das dem großen Literaten gewidmete Museum ist im Besitz einer Kopie der skizzenhaften Zeichnung, die Goethe im September 1786 beinahe Kopf und Kragen gekostet hätte. Es ereignete sich folgendermaßen: Goethe, begeistert von der Anmut der Burg, die kühn auf dem steil in den See abfallenden Felsen thront, zückte spontan seinen Bleistift und brachte diesen imposanten Anblick zu Papier. Dabei wurde er beobachtet und sogleich als vermeintlicher Spion der verfeindeten Österreicher verhaftet. Mit Händen und Füßen versuchte der Reisende deutscher Herkunft, seine Unschuld zu beweisen, bis man ihm schließlich glaubte, dass er die Zeichnung lediglich für seinen Reisebericht anfertigte, und ihn wieder freiließ.
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