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Salò

Im Zuge des Wiederaufbaues bereicherte man den ursprünglich aus dem 16. Jahrhundert stammenden Palazzo della Podestà, das heutige Rathaus (Palazzo Municipale) mit Skulpturen und Gemälden einheimischer Künstler. Der bekannte Bildhauer Angelo Zanelli schuf die Büste des Gaspare Bertolotti von Salò. Der Geigenbauer Bertolotti (1540-1609) erblickte in Salò das Licht der Welt und schuf eine Violine mit idealer Klangfülle, deren Form von Stradivari übernommen wurde. Auch heute noch dient sie den Geigenbauern als Vorbild. Der Überlieferung nach hat Gaspare, um eine größere Tonfähigkeit zu erzielen, seiner allerersten Geige die Form des Gardasees gegeben. Heute ist der Raum, den die Marmorbüste des berühmtesten Kindes der Stadt ziert, der Trausaal des Rathauses, und so blickt Gaspare bei den Eheschließungen dem Standesbeamten über die Schulter.
Der durch hohe Arkadengänge mit dem Rathaus verbundene Palazzo della Magnifica Patria aus dem Jahre 1524 ist ein weiteres Beispiel für venezianische Baukunst. Von Kennern geschätzt ist der Dom Santa Maria Annunciata, der 1453 nach Plänen von Filippo delle Vacche aus Padua im spätgotischen Stil begonnen wurde.
Verschiedene Umbauten bis 1509 ließen ein Stilgemisch entstehen, aus dem vor allem das herrliche Renaissanceportal (1506-09) von Antonio della Porta aus der unvollendeten Ziegelsteinfassade hervorragt. Das Innere der dreischiffigen Kirche besticht mit zahllosen Renaissancegemälden und reichen Verzierungen. Auf dem Hochaltar findet man einen venezianisch-gotischen Altaraufsatz, der in den Jahren 1476-1501 geschnitzt wurde. Das vor der Apsis herabhängende Kruzifix (1149) stammt von dem deutschen Meister Johannes aus Ulm, der sich in Torri del Benaco häuslich niederließ.
Nahe dem Dom im Palazzo Fantoni in der gleichnamigen Straße (Hausnummer 49) ist das Museum des Blauen Bandes, Museo del Nastro Azzurro, untergebracht. Interessierte können sich Dokumente und historische Zeugnisse aus der napoleonischen Zeit und aus den beiden Weltkriegen ansehen.
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