| Siena
und Umgebung |
Charakteristik
Siena bietet das wahre Flair der Toskana.
Seit jehher existiert die Rivalität zwischen
Siena und Florenz. Nicht Florenz, die große
Stadt der Medici, sondern Siena dürfte
die wohl schönste Stadt der Toskana
sein. Die vielen gotischen Paläste, Kirchen
und Brunnen sind fast unversehrt erhalten.
Die Altstadt Sienas wurde auf drei Hügeln
errichtet. An der Stelle, wo die drei Hügel
zusammentreffen, liegt der Platz der Plätze
in der Toskana: Der Piazza del Campo.
Hier wird jedes Jahr am 2. Juli und am 16.
August der legendäre Palio ausgetragen,
das berühmteste Pferderennen Italiens.
Dazu wird der äußere Rand des Platzes
mit Sand eingedeckt. In atemberaubender Geschwindigkeit
umrunden die Reiter, die übrigens auf
einen Sattel verzichten müssen, drei
Mal den Platz. Dies ist nicht ungefährlich.
Besonders gefährlich ist die Kurve San
Martino, wo regelmäßig die meisten
Stürze passieren. Die Mitte des Platzes
ist mit an die fünfzigtausend Zuschauern
gefüllt. Nur wer einmal hautnah dabei
war, kann die Wirkung des Platzes nachvollziehen.
Vom Piazza del Campo geht es durch die engen
Gassen hinauf zum Dom. Der steht in
Schönheit dem Fiorentiner Dom in nichts
nach. Besonders beeindruckend sind die vielen
Mosaikmotive im Fußboden, die derzeit
leider durch Restaurierungsarbeiten verdeckt
sind. Aber auch von weitem sieht man die Schönheit
der auf drei Hügel erbauten Stadt.
Sehenswürdigkeiten in Siena
Dom Santa Maria
Palazzo Publico beherbergte die Amtsräume
des Neunerrates, das Oberste Gericht, und
den großen Versammlungssaal des Stadtrates.
Heute ist der Palazzo Publico ein Theater.
Palazzo Piccolomini wurde für
Catarina Piccolomini, der Schwester des Papstes
Pius II., wahrscheinlich nach den Plänen
von Bernardo Rossellino 1460 - 1465 im Stil
der Florentiner Frührenaisance erbaut.
Piazza del Campo - zweimal im Jahr
findet hier der Palio statt, ein berühmtes
Pferderennen.
Die Kirche San Domenico besteht aus
einem Langhaus, dass1225 - 1254 erbaut wurde.
Orte in der Umgebung von Siena:
Casole d'Elsa
Als strategisch wichtige Burg im Tal der Elsa
gelegen und schon seit jeher sieneser Bollwerk
in einem gegen Volterra und Florenz blutig
verteidigten Grenzland, atmet Casole heute
die Atmosphäre eines "letzten Vorpostens".
Überall sieht man noch die romanischen
Überreste von Befestigungsanlagen und
Palästen, die im Laufe der Jahrhunderte
den Bedürfnissen der Menschen angepasst
wurden. Ein Beweis hierfür sind das romanische
Kloster der Serviten genau am Ortseingang,
oder der Palast aus dem 14. Jahrhundert der
antiken Lehnsherren von Casole, der Familie
Porrina. Der beste Beweis ist aber die herrliche
Stiftskirche Santa Maria Assunta, fast ganz
aus Backsteinen auf den Resten einer Ruine
erbaut, eingeweiht im Jahr 1161 und seitdem
immer wieder umgebaut und verändert.
Im Innern können wir unter anderem Werke
von Rutilio Manetti, Marco Romano und Gano
da Siena bewundern. Wichtige Gemälde
(Bernardino Mei, Girolamo del Pacchia) befinden
sich im Museum für sakrale Kunst, das
im nahegelegenen Pfarrhaus eingerichtet wurde.
Bleiben wir aber im Mittelalter und bewundern
zuerst den Palazzo Pretorio mit seinen steinernen
Wappen und dann die grosse Rocca (Burg) aus
dem Jahr 1352 (heute Sitz der Gemeinde) mit
ihren beiden ungleichen, befestigten Wehrtürmen.
Zum grössten Teil intakt ist der mächtige
Mauerring des Ortes, wo im östlichen
Teil noch zwei Rundtürme erhalten sind,
die nach den Zeichnungen des grossen Sieneser
Architekten Francesco di Giorgio erbaut wurden.
In der Nähe sollte man die Dörfer
Mensano (früher eine gewaltige Burg und
1534 von Florenz zerstört) mit der schönen
Pfarrkirche San Giovanni aus dem 11. Jahrhundert
und Pievescola mit der eindrucksvollen, dreischiffigen,
romanischen Kirche besichtigen.
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